Puerperale Sepsis

Puerperale Sepsis: Symptome und Behandlung

Puerperale Sepsis, auch bekannt als Wochenbettfieber oder Kindbettfieber, ist eine entzündliche Erkrankung, die im Wochenbett auftritt. Sie wird durch das Eindringen pathogener Bakterien in die Geburtswunden verursacht. Diese Krankheit wurde maßgeblich durch den ungarisch-österreichischen Gynäkologen Ignaz Semmelweis erforscht und identifiziert. In Deutschland liegt die Häufigkeit des Puerperalfiebers bei etwa 5%. Die häufigste Ursache ist die Endometritis puerperalis, eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut.

Die Symptome der Puerperalen Sepsis umfassen hohes Fieber, Kopfschmerzen, Tachykardie und Anämie. Um die Diagnose zu stellen, werden klinische Untersuchungen sowie apparative Untersuchungen wie Ultraschall durchgeführt. Die Behandlung besteht aus der Gabe von Kontraktionsmitteln, der Entfernung von retiniertem Material und der Verabreichung von Antibiotika. In schweren Fällen kann es zu einer Sepsis mit Schock und Multiorganversagen kommen.

Schlüsselerkenntnisse:

  • Puerperale Sepsis tritt im Wochenbett auf und wird durch das Eindringen pathogener Bakterien verursacht.
  • Die Symptome umfassen hohes Fieber, Kopfschmerzen, Tachykardie und Anämie.
  • Die Diagnose erfolgt durch klinische und apparative Untersuchungen wie Ultraschall.
  • Die Behandlung umfasst Kontraktionsmittel, Entfernung von retiniertem Material und Antibiotika.
  • In schweren Fällen kann es zu einer Sepsis mit Schock und Multiorganversagen kommen.

Definition und Geschichte

Puerperale Sepsis, auch bekannt als Wochenbettfieber oder Kindbettfieber, ist eine entzündliche Veränderung des Genitaltraktes im Wochenbett, die durch das Eindringen pathogener Bakterien in die Geburtswunden verursacht wird. Diese Infektion kann schwerwiegende Komplikationen verursachen und erfordert eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung.

Eine wichtige Figur in der Geschichte der Puerperalen Sepsis ist der ungarisch-österreichische Gynäkologe Ignaz Semmelweis. Er gilt als Pionier in der Erforschung der Ätiologie dieser Krankheit und hat die Bedeutung von Infektionen während der Entbindung erkannt. Semmelweis führte Maßnahmen zur Händedesinfektion ein, um die Inzidenz des Puerperalfiebers in seiner Klinik signifikant zu reduzieren.

Die Erkenntnisse und der Einsatz von Ignaz Semmelweis haben zu einem besseren Verständnis der Puerperalen Sepsis geführt und haben dazu beigetragen, die Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien zu verbessern.

Weitere Informationen zur Geschichte der Puerperalen Sepsis:

Ignaz Semmelweis war ein visionärer Mediziner, der die Bedeutung der Händehygiene erkannte und somit den Grundstein für die moderne Infektionsprävention legte. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse haben nicht nur zur Reduzierung der Puerperalen Sepsis beigetragen, sondern auch das allgemeine Verständnis von Infektionskrankheiten revolutioniert.

Jahrhundert Ereignis
19. Jahrhundert Ignaz Semmelweis identifiziert die Ätiologie des Puerperalfiebers und führt Händedesinfektion ein.
20. Jahrhundert Weitere Fortschritte bei der Erforschung der Pathophysiologie und Behandlungsmöglichkeiten.
21. Jahrhundert Verbesserte Diagnoseverfahren und Präventionsstrategien.

Epidemiologie

In Deutschland wird die Häufigkeit des Puerperalfiebers mit etwa 5% angegeben. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Nosokomialinfektion, da Entbindungen überwiegend in Krankenhäusern durchgeführt werden. Die genaue Inzidenz variiert je nach dem einzelnen Zentrum. Die Endometritis puerperalis ist die häufigste Ursache des Wochenbettfiebers. Mischinfektionen sind am häufigsten, wobei die Bakterien beta-hämolysierende Streptokokken, Staphylokokken, Enterokokken, Escherichia coli und Proteus die häufigsten Erreger sind.

Länder/Regionen Inzidenz Häufigkeit
Deutschland 5% 500 von 10.000 Geburten
USA 3-4% 300-400 von 10.000 Geburten
England 4% 400 von 10.000 Geburten

Symptomatik und Diagnostik

Die Symptome der Puerperalen Sepsis umfassen hohes Fieber, Kopfschmerzen, Tachykardie, Tachypnoe, Anämie und Benommenheit. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich ein druckdolenter, großer und kaum kontrahierter Uterus sowie ein fötider Geruch des Wochenflusses.

Apparative Untersuchungen wie Ultraschall können Material im Cavum uteri nachweisen. Bei anhaltendem hohem Fieber und großer Druckschmerzhaftigkeit der Gebärmutter kann die Infektion auf das Myometrium übergehen, was zu einer Endomyometritis führt. Eine weitere Ausbreitung der Infektion kann zu einer schweren Sepsis mit Schock und Multiorganversagen führen.

„Die Symptome der Puerperalen Sepsis sind vielfältig und können von Patientin zu Patientin variieren. Es ist wichtig, auf ein hohes Fieber, Kopfschmerzen und andere Anzeichen einer Infektion zu achten, um eine mögliche Puerperale Sepsis frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln.“

Therapie

Die Behandlung der Puerperalen Sepsis umfasst verschiedene Maßnahmen, um die Infektion zu bekämpfen und mögliche Komplikationen zu verhindern.

Gabe von Kontraktionsmitteln

Zu Beginn der Behandlung werden Kontraktionsmittel wie Oxytozin in Kombination mit Methylergometrin verabreicht. Diese Substanzen helfen, die Gebärmutter zu kontrahieren und damit eine Entleerung des uterusinternen Materials zu unterstützen. Zusätzlich kann eine Kürettage durchgeführt werden, um retiniertes Material zu entfernen und die Reinigung der Gebärmutter zu erleichtern.

Antibiotika bei schweren Infektionen

Bei schwereren Formen der Puerperalen Sepsis, wie einer Endomyometritis, Adnexitis oder Parametritis, werden hohe Dosen von Breitbandantibiotika verabreicht. Diese Medikamente wirken gezielt gegen die Erreger und helfen, die Infektion unter Kontrolle zu bringen. Es ist wichtig, die Behandlung mit Antibiotika rechtzeitig zu beginnen, um das Risiko von Komplikationen zu reduzieren.

Antibiotikaprophylaxe vor Kürettage

Vor einer Kürettage, bei der retiniertes Material aus der Gebärmutter entfernt wird, wird eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt. Dies dient dazu, das Risiko von Perforationen und Infektionen während des Eingriffs zu verringern.

Vorbeugung von Gerinnungsstörungen

Um möglichen Gerinnungsstörungen entgegenzuwirken, wird bei der Behandlung der Puerperalen Sepsis Heparin infundiert. Heparin ist ein gerinnungshemmendes Medikament, das dazu beiträgt, das Entstehen von Blutgerinnseln zu verhindern.

Gabe von fresh frozen plasma

Wenn bereits eine Gerinnungsstörung eingetreten ist, kann die Gabe von fresh frozen plasma erforderlich sein. Dieses Produkt enthält Gerinnungsfaktoren und wird verabreicht, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wiederherzustellen.

Behandlungsschritte Maßnahmen
Gabe von Kontraktionsmitteln Oxytozin und Methylergometrin
Entfernung von retiniertem Material Kürettage
Antibiotikaprophylaxe vor Kürettage Reduktion von Infektionsrisiken
Antibiotika bei schweren Infektionen Hohe Dosen von Breitbandantibiotika
Vorbeugung von Gerinnungsstörungen Heparin
Gabe von fresh frozen plasma Rekonstitution der Gerinnungsfähigkeit des Blutes

Fazit

Puerperale Sepsis, auch bekannt als Wochenbettfieber oder Kindbettfieber, ist eine entzündliche Erkrankung, die im Wochenbett auftritt. Sie wird durch das Eindringen pathogener Bakterien in die Geburtswunden verursacht. Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, Kopfschmerzen, Tachykardie und Anämie. Die Diagnose erfolgt durch klinische und apparative Untersuchungen wie Ultraschall. Die Behandlung besteht aus der Gabe von Kontraktionsmitteln, der Entfernung von retiniertem Material und der Verabreichung von Antibiotika.

Bei schwereren Formen der Puerperalen Sepsis kann es zu einer Sepsis mit Schock und Multiorganversagen kommen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Patientin zu schützen. Es ist wichtig, dass Frauen im Wochenbett auf mögliche Anzeichen einer Puerperalen Sepsis achten und bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe suchen. Durch eine frühzeitige Behandlung können ernsthafte Komplikationen vermieden oder abgemildert werden.

Die Erforschung und Identifizierung der Ätiologie von Puerperaler Sepsis hat zu Fortschritten in der Diagnostik und Therapie geführt. Dennoch bleibt die Erkrankung eine ernsthafte Komplikation nach der Geburt und erfordert eine sorgfältige Überwachung und angemessene Behandlung. Mit einer umfassenden medizinischen Betreuung und der richtigen Behandlung können die meisten Frauen eine vollständige Genesung erzielen und das Wochenbett sicher durchlaufen.

FAQ

Was ist Puerperale Sepsis?

Puerperale Sepsis, auch bekannt als Wochenbettfieber oder Kindbettfieber, ist eine entzündliche Erkrankung, die im Wochenbett auftritt. Sie wird durch das Eindringen pathogener Bakterien in die Geburtswunden verursacht.

Wie äußert sich Puerperale Sepsis?

Zu den Symptomen der Puerperalen Sepsis gehören hohes Fieber, Kopfschmerzen, Tachykardie und Anämie.

Wie wird Puerperale Sepsis diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchungen und apparative Untersuchungen wie Ultraschall.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Puerperale Sepsis?

Die Behandlung umfasst die Gabe von Kontraktionsmitteln, die Entfernung von retiniertem Material und die Verabreichung von Antibiotika.

Kann Puerperale Sepsis zu schweren Komplikationen führen?

Ja, in schwereren Fällen kann es zu einer Sepsis mit Schock und Multiorganversagen kommen.

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