Scheidenriss – Geburt, Schmerzen, Heilung & Naht

Der Scheidenriss bei der Geburt ist meistens ein Riss der vagina. Dieser Riss entsteht im Innern der vagina.

Scheidenriss bei der Geburt

Beim Scheidenriss wird die Scheide bei der Geburt verletzt. Bei der Geburt ist die Scheide sehr starkem Druck ausgesetzt. Durch das Drücken des Kindes durch den Geburtskanal werden die beteiligten Gewebe starken Druck ausgesetzt. Somit entstehen die Risse an der Scheide oder am Damm (dammriss). Große oder falsch liegende Kinder erhöhen zudem das Risiko für einen Scheidenriss. Auch besteht das Risiko eines Scheidenriss, wenn bei vergangenen Geburtsverletzungen ein Scheidenriss oder ein dammschnitt erfolgt ist. Nach der Geburt wird ein Scheidenriss sofort behandelt bzw. genäht.

Scheidenriss & Schmerzen

Wie lange die Schmerzen eines Scheidenrisses nach der Geburt noch bestehen bleiben, ist von Frau zu Frau unterschiedlich eingeschätzt. Es gibt Frauen, die kaum unter dem Scheidenriss leiden und für andere sind die Schmerzen schwer erträglich. Schmerzen können beim Wasserlassen in Form von Brennen auftauchen. Sex nach einem Scheidenriss hängt mit der Wundheilung zusammen. In der Regel heilt ein leichter Scheidenriss nach wenigen Wochen. Neben einem Scheidenriss können auch andere Geburtsverletzungen auftreten, wie zum Beispiel ein dammriss. Der Unterschied zum dammriss liegt darin, dass es hierbei zu Verletzungen zwischen vagina und After kommt. Ein dammriss erfolgt meist, wenn der Kopf des Kindes größer ist als wie die Scheide sich dehnen kann.

Scheidenriss nach der Geburt: Heilung

Ein Scheidenriss nach der Geburt heilt grundsätzlich nach wenigen Wochen. Zu empfehlen ist, nach einem Scheidenriss zur Ruhe zu kommen. Auch eine Spülung mit Calendula ist sehr hilfreich. In der Calendula kommt die Essenz der Ringelblume vor, die sehr abschwellend wirkt und die heilung fördert. Eispacks können ebenfalls zur heilung beitragen. Dazu können Binden mit etwas Wasser sowie Olivenöl oder Calendula getränkt werden und eingefroren werden. Die Binden haben einen kühlenden Effekt, der sich positiv auf die heilung auswirkt.

Scheidenriss-Naht

Der Scheidenriss kann in unterschiedliche Grade eingeteilt werden. In der Regel heilt ein einfacher Scheidenriss nach einer Geburt nach wenigen Tagen. Die Fäden der Naht beim Scheidenriss sind meist selbstauflösend. Es kann vorkommen, dass es bei der Naht zu Juckreiz oder zu Verhärtungen kommt. Das Aufsuchen eines Hausarztes wird hierbei empfohlen. Falls es zu einem komplexen Scheidenriss bzw. Scheidenabriss kommt, spricht man auch von einer kolporrhexis. In diesem Fall muss wahrscheinlich ein chirurgischer Eingriff erfolgen. Ein Scheidenabriss blutet sehr stark und kann lebensgefährlich sein, da viele Arterien im Bereich der Gebärmutter durch den Riss beschädigt worden sind. Die Scheidenriss-Narbe kann sich mitunter verhärten oder Schmerzen hervorrufen. Hier sollte in jedem Fall der Arzt auf die Narbe schauen. Auch kann es passieren, dass die Narbe beim Scheidenriss zu eng genäht wurde. Auch hier sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Häufige Fragen zum Thema Scheidenriss

Was ist ein Scheidenriss?

Ein Scheidenriss bezieht sich auf einen Riss oder eine Verletzung in der Vaginalwand, der während der Geburt oder bei anderen traumatischen Ereignissen auftreten kann.

Wie entsteht ein Scheidenriss?

Ein Scheidenriss tritt häufig während der Geburt auf, insbesondere wenn das Baby einen größeren Kopfumfang hat oder die Geburt schnell voranschreitet. Es kann auch durch traumatische Ereignisse oder gewaltsamen Geschlechtsverkehr verursacht werden.

Welche Symptome treten bei einem Scheidenriss auf?

Die Symptome eines Scheidenrisses können Schmerzen im Vaginalbereich, Blutungen, Schwellungen, Rötungen und eventuell Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr umfassen.

Wie wird ein Scheidenriss diagnostiziert?

Ein Scheidenriss wird normalerweise durch eine körperliche Untersuchung des Vaginalbereichs durch einen Arzt oder eine Ärztin diagnostiziert. In einigen Fällen können zusätzliche Untersuchungen wie eine Vaginaluntersuchung oder eine Ultraschalluntersuchung erforderlich sein, um den Riss genauer zu beurteilen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für einen Scheidenriss?

Die Behandlung eines Scheidenrisses kann von der Anwendung topischer Salben und Schmerzmittel bis zur Durchführung einer Naht oder Operation reichen, abhängig von der Schwere der Verletzung. In einigen Fällen kann eine episiotomische Inzision (eine geplante Schnittverletzung während der Geburt) durchgeführt werden, um einen kontrollierten Riss zu ermöglichen.

Wie lange dauert die Heilung eines Scheidenrisses?

Die Heilungsdauer eines Scheidenrisses kann je nach Schwere der Verletzung variieren. Kleinere Risse können innerhalb von ein bis zwei Wochen heilen, während größere oder tiefergehende Risse mehr Zeit und möglicherweise eine intensivere medizinische Betreuung erfordern.

Gibt es Möglichkeiten, einen Scheidenriss vorzubeugen?

Es gibt keine sicheren Methoden zur Vorbeugung eines Scheidenrisses während der Geburt. Allerdings können Maßnahmen wie eine gute Geburtsvorbereitung, langsames und kontrolliertes Vorgehen während der Geburt sowie eine ausreichende Pflege und Feuchtigkeitsversorgung der vagina das Risiko eines Risses verringern.

Welche Komplikationen können bei einem Scheidenriss auftreten?

Mögliche Komplikationen eines Scheidenrisses können Infektionen, Narbenbildung, anhaltende Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen und Stuhlgang sein. In einigen Fällen kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein, um solche Komplikationen zu vermeiden oder zu behandeln.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen, wenn ich einen Scheidenriss vermute?

Es wird empfohlen, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, wenn Sie einen Scheidenriss vermuten oder Symptome wie starke Schmerzen oder anhaltende Blutungen auftreten. Ein Arzt kann eine genaue Diagnose stellen und die entsprechende Behandlung empfehlen.

Präventive Maßnahmen:

Perinealmassage:

Die Perinealmassage ist eine effektive Technik, die in den letzten Wochen der Schwangerschaft angewendet werden kann. Durch sanftes Massieren und Dehnen des Gewebes zwischen vagina und Anus (Perineum) wird die Elastizität des Bereichs gefördert. Dies hilft, das Gewebe auf die extreme Dehnung während der Geburt vorzubereiten, wodurch das Risiko eines Scheidenrisses verringert werden kann.

Geburtspositionen:

Die Wahl der Geburtsposition kann einen signifikanten Einfluss auf das Risiko eines Scheidenrisses haben. Positionen wie Seitenlage oder Hocken ermöglichen eine natürlichere und schonendere Geburt, indem sie den Druck auf das Perineum minimieren. Solche Positionen fördern auch eine bessere Durchblutung und können die Geburt erleichtern.

Psychologische Auswirkungen:

Ein Scheidenriss kann nicht nur physische, sondern auch tiefgreifende psychische Auswirkungen haben. Frauen berichten oft von Ängsten im Hinblick auf zukünftige Geburten und sexuelle Aktivitäten. Diese emotionalen Belastungen können durch professionelle psychologische Unterstützung gelindert werden. Es ist wichtig, dass Frauen Zugang zu Therapieangeboten haben, um diese Ängste zu bewältigen und zu verarbeiten.

Langzeitfolgen:

Langfristig kann ein Scheidenriss verschiedene Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben. Dazu gehören veränderte Empfindungen im Vaginalbereich, chronische Schmerzen und mögliche Komplikationen bei späteren Geburten. Frauen sollten ermutigt werden, mit ihrem Arzt über solche Bedenken zu sprechen und einen individuellen Heilungs- und Präventionsplan zu entwickeln.

Unterstützende Therapien:

Physiotherapie:

Spezialisierte Physiotherapeuten können gezielte Übungen anbieten, um den Beckenboden nach einem Scheidenriss zu stärken. Diese Übungen helfen, die Muskulatur wieder aufzubauen und die Funktion des Beckenbodens zu verbessern, was für die allgemeine körperliche Gesundheit und zukünftige Schwangerschaften wichtig ist.

Alternative Heilmethoden:

Neben der herkömmlichen Medizin können alternative Methoden wie Akupunktur und spezielle Yoga-Übungen zur Schmerzlinderung und heilung beitragen. Akupunktur kann dabei helfen, Schmerzen zu lindern und die Durchblutung im betroffenen Bereich zu verbessern. Yoga-Übungen, insbesondere solche, die auf den Beckenboden ausgerichtet sind, fördern die Flexibilität und Stärke und unterstützen den Heilungsprozess.


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