Späte postpartale Blutungen

Umgang mit Späten Postpartalen Blutungen

Späte postpartale Blutungen verdienen hohe Aufmerksamkeit bei der Geburtsbegleitung, da sie zu den Hauptursachen für mütterliche Morbidität und Mortalität zählen. In den Industrienationen beträgt die Prävalenz von späten postpartalen Blutungen ca. 0,5-5% aller Geburten, weltweit liegt sie bei durchschnittlich 6%. Die PPH-Rate hat sich laut einer Studie in Kanada zwischen 2000 und 2009 um 27% erhöht. Dies könnte auf die zunehmende Anzahl von Geburtseinleitungen zurückzuführen sein, die einen Risikofaktor für späte postpartale Blutungen darstellen. Eine PPH kann tödlich verlaufen oder schwerwiegende physische und psychische Folgen haben, die negative Auswirkungen auf die betroffenen Frauen und ihre Familien haben können.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Späte postpartale Blutungen zählen zu den Hauptursachen für mütterliche Morbidität und Mortalität.
  • Die Prävalenz von späten postpartalen Blutungen beträgt ca. 0,5-5% in Industrienationen und weltweit durchschnittlich 6%.
  • Geburtseinleitungen können das Risiko für späte postpartale Blutungen erhöhen.
  • Eine PPH kann schwerwiegende physische und psychische Folgen für die betroffenen Frauen haben.
  • Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von späten postpartalen Blutungen ist entscheidend.

Definition von späten postpartalen Blutungen

Späte postpartale Blutungen, auch als PPH bezeichnet, werden definiert als Blutverlust von mehr als 500 ml innerhalb von 24 Stunden nach einer vaginalen Geburt oder mehr als 1000 ml innerhalb von 24 Stunden nach einem Kaiserschnitt. Eine schwere Blutung wird definiert als Blutverlust von mehr als 150 ml pro Minute innerhalb von 20 Minuten, Verlust von 50% des zirkulierenden Blutvolumens innerhalb von 3 Stunden oder akuter Blutverlust von mehr als 1500-2000 ml innerhalb von 24 Stunden. Späte postpartale Blutungen können sowohl primär (innerhalb der ersten 24 Stunden postpartum) als auch sekundär (ab 24 Stunden bis zu 12 Wochen postpartum) auftreten.

Bei späten postpartalen Blutungen handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der prompte Aufmerksamkeit und medizinische Intervention erfordert. Der umfangreiche Blutverlust kann zu schweren Folgen führen und das Leben der Mutter gefährden. Es ist wichtig, dass das medizinische Fachpersonal die Definition von späten postpartalen Blutungen versteht und frühzeitig Anzeichen einer schweren Blutung erkennt, um sofortige Maßnahmen ergreifen zu können.

Risikofaktoren und Ursachen von späten postpartalen Blutungen

Verschiedene Risikofaktoren können das Risiko für späte postpartale Blutungen erhöhen. Dazu gehören unter anderem Geburtseinleitungen, prolongierte Geburtsphasen, vaginale operative Geburten und Sectio caesarea. Eine genaue Diagnose erfordert eine Untersuchung der Geburtswege und eine Überprüfung des Gerinnungsstatus.

Die möglichen Ursachen von späten postpartalen Blutungen

Die Ursachen von späten postpartalen Blutungen werden anhand der 4 Ts (Tonus, Trauma, Tissue, Thrombin) definiert:

  • Tonus: Uterusatonie
  • Trauma: Weichteilverletzungen oder Uterusruptur
  • Tissue: Plazentaretention oder -lösungsstörung
  • Thrombin: Koagulopathische Störungen

Um die genaue Ursache einer späten postpartalen Blutung zu identifizieren, ist eine umfassende Untersuchung der Geburtswege und eine Überprüfung des Gerinnungsstatus notwendig. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung und eine bessere Prognose für betroffene Frauen.

Behandlung von späten postpartalen Blutungen

Die Behandlung von späten postpartalen Blutungen besteht aus mehreren Schritten, die darauf abzielen, die Blutungsursache zu identifizieren und zu beheben sowie den Kreislauf zu stabilisieren und eventuelle Gerinnungsstörungen zu behandeln.

Die Behandlungsschritte variieren je nach der zugrundeliegenden Ursache der Blutung. Bei Uterusatonie, einer häufigen Ursache für späte postpartale Blutungen, wird empfohlen, den Uterus manuell zu komprimieren und Uterotonika zu verabreichen, um eine Kontraktion des Uterus zu fördern.

Bei Trauma, wie zum Beispiel Weichteilverletzungen oder einer Uterusruptur, kann eine chirurgische Versorgung erforderlich sein. Dies beinhaltet die Naht von Verletzungen oder Rissen im Gewebe.

Wenn die Blutung auf Probleme mit dem Gewebe zurückzuführen ist, wie zum Beispiel Plazentaresten, müssen diese operativ entfernt werden, um die Blutung zu stoppen.

Bei Gerinnungsstörungen, die durch einen Mangel an Thrombin verursacht werden können, erfolgt die Behandlung durch die Substitution von Gerinnungsfaktoren.

In schweren Fällen von späten postpartalen Blutungen, bei denen die oben genannten Maßnahmen nicht ausreichen, können zusätzliche Interventionen erforderlich sein, wie z.B. eine Ballontamponade, die Ligatur der Uterinarterien oder sogar eine Hysterektomie.

Die genaue Behandlung richtet sich nach der individuellen Situation jeder Frau und erfordert eine sorgfältige Untersuchung und Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal.

Die rechtzeitige und angemessene Behandlung von späten postpartalen Blutungen ist entscheidend, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Gesundheit und das Wohlbefinden der betroffenen Frauen zu gewährleisten.

Fazit

Späte postpartale Blutungen sind eine ernsthafte Komplikation nach der Geburt und erfordern eine angemessene Geburtsbegleitung. Sie können schwerwiegende physische und psychische Folgen für die betroffenen Frauen haben. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend.

Durch die Beachtung der Risikofaktoren und die Durchführung der entsprechenden Behandlungsschritte können die Auswirkungen von späten postpartalen Blutungen minimiert werden. Präventive Maßnahmen wie eine sorgfältige Überwachung während der Geburt und rechtzeitige Interventionen können das Risiko von späten postpartalen Blutungen reduzieren.

Eine umfassende Betreuung und Unterstützung der betroffenen Frauen ist wichtig, um die physischen und psychischen Folgen zu bewältigen und eine optimale Erholung nach der Geburt zu ermöglichen.

FAQ

Was sind späte postpartale Blutungen?

Späte postpartale Blutungen, auch als PPH bezeichnet, werden definiert als Blutverlust von mehr als 500 ml innerhalb von 24 Stunden nach einer vaginalen Geburt oder mehr als 1000 ml innerhalb von 24 Stunden nach einem Kaiserschnitt.

Wie häufig treten späte postpartale Blutungen auf?

Die Prävalenz von späten postpartalen Blutungen beträgt ca. 0,5-5% aller Geburten in Industrienationen und weltweit durchschnittlich 6%.

Welche Folgen können späte postpartale Blutungen haben?

Späte postpartale Blutungen können tödlich verlaufen oder schwerwiegende physische und psychische Folgen haben, die negative Auswirkungen auf die betroffenen Frauen und ihre Familien haben können.

Was sind die Risikofaktoren und Ursachen für späte postpartale Blutungen?

Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem Geburtseinleitungen, prolongierte Geburtsphasen, vaginale operative Geburten und Sectio caesarea. Die Ursachen werden anhand der 4 Ts (Tonus, Trauma, Tissue, Thrombin) definiert.

Wie werden späte postpartale Blutungen behandelt?

Die Behandlung besteht darin, die Blutungsursache zu identifizieren und zu beheben, den Kreislauf zu stabilisieren und eine mögliche Gerinnungsstörung zu behandeln. Die Behandlungsschritte variieren je nach Blutungsursache.

Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: